20. November 2019

Kollaborativ in die digitale Immobilienzukunft

Das Jungunternehmen Tower360 hat zusammen mit Swiss Prime Site Immobilien und Wincasa eine datengetriebene und vertikal integrierte Vermietungs- und Asset Management-Plattform entwickelt. Auf dieser sind alle relevanten Daten für Inhaber, Bewirtschafter und Vermarkter auf Dashboards zentral zusammengestellt und kollaborativ editierbar. Die Plattform steht nun vor der Implementierung in vier Gruppengesellschaften von Swiss Prime Site.
Draussen nieselt es. Der Winter hält Einzug. Im hellen und zweckmässig, aber freundlich eingerichteten Co-Creation-Raum von Wincasa, einer Gruppengesellschaft von Swiss Prime Site, ist die Stimmung locker. Whiteboards und bunte Post-its verraten es: Die hier versammelten Personen arbeiten an innovativen Lösungen. Heute geht es um die Zwischenbilanz eines vielversprechenden Corporate Venture Projekts.

Gemeinsam die Zukunft gestalten
«Seit dem ersten Tag haben wir gut zusammen funktioniert. Wir sprechen die gleiche Sprache und wollen gemeinsam die Zukunft gestalten», beschreibt Mirko Meister, Leiter Leerstandsmanagement bei Wincasa, die Zusammenarbeit mit dem PropTech-Start-up Tower360. Julian Vogel, Co-Founder von Tower360: «Wir haben mit Swiss Prime Site eine herausfordernde, aber gleichzeitig sehr unterstützende Partnerin mit einem vielseitigen Immobilienportfolio gefunden.» Die Kooperation zwischen dem Startup und der Immobiliengesellschaft begann 2017. Als Tower360 ihre datengetriebene und vertikal integrierte Vermietungs- und Asset Management-Plattform für die Immobilienbranche präsentierte, erkannten die Verantwortlichen von Swiss Prime Site ein vielversprechendes Entwicklungspotenzial mit Strahlkraft für die ganze Branche.

Eine gemeinsame Projektvision erarbeiten
Eine fruchtbare Zusammenarbeit im Sinne einer Co-Creation nahm so ihren Anfang. Doch die Erfahrungswelt eines jungen Start-ups unterscheidet sich fundamental von derjenigen eines Marktführers. «Es ist eine schöne, aber auch grosse Herausforderung, mit einem etablierten Unternehmen mit komplexen Strukturen und einem beeindruckenden Branchenwissen zusammenarbeiten zu dürfen. Wir mussten und konnten in kürzester Zeit extrem viel lernen», erklärt Chakra Banerjee, Co-Founder des Start-ups Tower360. Bastian Zarske Bueno, Head Group Corporate Ventures bei Swiss Prime Site, ergänzt: «Es war ein zentraler Erfolgsfaktor, dass Tower360 zunächst einen weitreichenden Einblick in unsere Unternehmensprozesse und -kultur gewinnen konnte. Dabei war unser integriertes Geschäftsmodell, welches Asset Management, Bewirtschaftung und Vermarktung unter einem Dach vereint, von grossem Vorteil. Das Start-up machte sich eine genaue Vorstellung von den Problemen, die es zu lösen galt, und tauschte sich dafür mit allen relevanten Anspruchsgruppen in über 50 Nutzerinterviews, Meetings und Workshops aus. In kurzen Sprints und unter kontinuierlichem Austausch entwickelten wir so mit Chakra Banerjee und Julian Vogel die gemeinsame Projektvision und darauf basierend eine Lösung mit dem höchstmöglichen Nutzen.»

Mirco Meister, Leiter Leerstandsmanagement bei Wincasa, und Bastian Zarske Bueno, Head Group Corporate Ventures bei Swiss Prime Site.


Julian Vogel, Co-Founder von Tower360: «Swiss Prime Site ist eine herausfordernde, aber gleichzeitig sehr unterstützende Partnerin.»

Das Projekt verlangt Agilität und Offenheit von allen Beteiligten
«Bei einem Corporate Venture-Engagement ist es entscheidend, dass alle involvierten Parteien ein gemeinsames Zielbild vor Augen haben und dieses regelmässig unter Berücksichtigung der sich ändernden Umstände und Erwartungen des Kerngeschäfts adjustiert oder bestätigt wird», so Bastian Zarske Bueno. «Was wir vorhaben, ist ein gruppenweites Transformationsprojekt, das uns erlaubt, den Leerstand im Portfolio in Echtzeit darzustellen und den gesamten Vermarktungsprozess nutzerfreundlich abzubilden. Dies verlangt Agilität, Vorstellungsvermögen und Offenheit von allen Beteiligten.» Doch wo genau drückt der Schuh? Mirko Meister, Leiter Leerstandsmanagement bei Wincasa: «Die gesamte Immobilienwelt leidet an einem Mangel an Digitalisierung. Das Reporting – meist noch in Form von Excel-Tabellen – ist aufwändig und das Management by E-Mail häufig immer noch gang und gäbe.»

Den Mitarbeitenden durch digitale Lösungen die Arbeit erleichtern
Swiss Prime Site will eine Vorreiterrolle bei der digitalen Transformation und in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Immobilienbereich einnehmen. Deshalb arbeitet das Unternehmen mit Start-ups zusammen. Die Umsetzung dieser Vision verlangt jedoch ein schrittweises Vorgehen. «Zuerst wollen wir das Leerstands- und das Risikomanagement verbessern», erklärt Mirko Meister von Wincasa. «Auf der neuen Plattform wird in Zukunft ein zeitnaher, schneller Zugriff auf alle relevanten, zentral abgespeicherten Daten möglich sein. Digital unterstützte Reportings sowie automatisierte Prozesse werden unseren Mitarbeitenden die Arbeit erleichtern.»

Ab 2020 beginnt der Implementierungsprozess
Nach erfolgreicher Implementierung auf dem Portfolio von Swiss Prime Site Immobilien, geht es nun an die Umsetzung in den anderen Gruppengesellschaften. Wincasa wird ihren Kunden künftig Zugang zur Tower360-Plattform ermöglichen. Das Ziel besteht darin, dass die Plattform an deren spezifische Bedürfnisse angepasst wird und sich als Modul für ein proaktives Leerstands-, Vermietungs- und Vermarktungsmanagement sowie für Portfolio-Analysen etabliert. Um das Know-how von rund 500 Bewirtschaftern, Vermarktern und weiteren Nutzern gruppenweit einzubeziehen, gibt es einen regelmässigen Wissenstransfer. Kontinuierliches Lernen voneinander und miteinander ist der Schlüssel zum Erfolg. «Wir wollen das neue, massgeschneiderte System von Tower360 in unser Betriebssystem integrieren. Der ganze Implementierungsprozess soll möglichst reibungslos verlaufen», berichtet Mirko Meister, Leiter Leerstandsmanagement bei Wincasa. Julian Vogel von Tower360 ergänzt: «Mit unseren Tools geht die Implementierung vergleichsweise schnell. Ein Umbau der bestehenden Software würde viel länger dauern.» Gearbeitet wird bei Tower360 mit API- und Open-Source-Lösungen, und zwar modular, sodass ein weiterer Ausbau jederzeit möglich ist. Eine phasengerechte Nutzerschulung ist ebenfalls Teil der Umsetzung.
«Mit unseren Tools geht die Implementierung vergleichsweise schnell. Ein Umbau der bestehenden Software würde viel länger dauern», so Tower360. Das Start-up arbeitet mit API- und Open-Source-Lösungen – und zwar modular – sodass ein weiterer Ausbau jederzeit möglich ist.
Erfolgsstories zu haben ist wichtig für weitere Innovationsprojekte
Bei einer so intensiven Corporate Venture-Partnerschaft wie mit Swiss Prime Site ist immer auch die Schärfung der ursprünglichen Geschäftsidee und die strategische Marktausrichtung ein Ziel, das im Zentrum steht. Das Produkt soll sich im Markt behaupten können und nicht nur eine Insel-Lösung für ein einzelnes Unternehmen bieten. «Da sind wir auf einem sehr guten Weg», ist Chakra Banerjee überzeugt. «Wir erhalten viel Unterstützung beim Produktaufbau und sind auch als Unternehmer vorangekommen.» Und, so Julian Vogel: «Kleine Zwischenerfolge zu haben ist wichtig. Dann bleibt die Motivation bei beiden Parteien hoch und die langfristigen Resultate werden sich entsprechend einstellen.» Was in Zürich und in Hamburg entstanden ist, hat jedenfalls bereits internationales Interesse geweckt (s. Kasten). Die Partnerschaft mit Tower360 ist ein Beispiel für eine gelungene Co-Creation mit einem Start-up und für die erfolgreiche Umsetzung der Corporate Ventures Strategie von Swiss Prime Site.

Kurzporträt Tower360
Chakra Banerjee und Julian Vogel haben sich während des MBA-Programms an der Wharton Business School in Pennsylvania kennengelernt. Nach dem Studium folgte die Unternehmensgründung. Der Durchbruch gelang mit dem Projekt Tower360. 2018 wurde Tower360 an der Expo Real in München mit dem Startup-Award im Bereich PropTech/Market ausgezeichnet. Tower360 hat eine Big-Data- und Analytics-SaaS-Plattform entwickelt, auf der alle relevanten Daten für Inhaber, Bewirtschafter, Mieter sowie weitere Stakeholder auf Dashboards zusammengestellt und jederzeit abgerufen werden können. Ziel der vertikal integrierten Software des Jungunternehmens ist es, die Portfolio-Renditen zu steigern und das Risikomanagement zu verbessern. Dank der Zentralisierung der Daten und Workflows auf einer einzigen Plattform wird zudem die Zusammenarbeit zwischen Eigentümer, Bewirtschafter und Vermarktung sowie das kollaborative Arbeiten dieser drei Parteien vereinfacht und verbessert.
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